Charun

Charun (etrusk.), häufig geflügelt dargestellter etruskischer > Todesdämon der > Unterwelt. Der Name ist vom griechischen Fährmann des Jenseits, > Charon, abgeleitet. C. wird als hässlicher Entführer der Lebenden dargestellt. Er ist rotäugig, hat spitze Tierohren und manchmal Schlangenhaare sowie eine geierschnabelartige Nase. Sein Attribut ist ein langstieliger Hammer. Er ist Totenführer und Wächter am Eingang der Gräber sowie Peiniger der Toten in der Unterwelt.
Unklar ist, ob mit dem abschreckenden Bild des C. auf den Gräbern diese vor Profanierung geschützt werden sollten oder ob darin die zunehmend düstere Sicht der späten Etrusker von einem höllenähnlichen Jenseits zum Ausdruck kommt. Auf alle Fälle scheint C. die mittelalterlichen Teufelsbilder beeinflusst zu haben.

Lit.: De Ruyt, Franz: Charun, démon étrusque de la Mort. Bruxelles: Lamertin, 1934; Pfiffig, Ambros Josef: Religio Etrusca. Wiesbaden: VMA-Verl., 1998.  


   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 3