Charakterpanzerung

Charakterpanzerung, von Wilhelm > Reich geprägter Begriff zur Bezeichnung der gesamten muskulären und psychischen Verspannungen beim Menschen. Die körperlichen Spannungen zeigen sich meist in Steifheit, Starre und Unbeweglichkeit, die psychischen in stereotypen Abwehrmechanismen wie Lächeln, Ironie, Hochmut oder Kichern. Nach Reich bilden sich solche Verhaltensformen meist von Kindheit an zur Abwehr bedrohlicher Impulse, Affekte und Triebregungen und werden nicht selten zu Charakterzügen. Diese dienen als „Panzer“ zum Schutz gegen schmerzliche oder bedrohliche Erlebnisse. Es handelt sich also um eine Form von „Schutzinstinkt“, der gezielt eingesetzt hilfreich sein kann, um eine konkrete Situation unverletzt zu meistern. Wird er jedoch zur Dauerreaktion auch schon bei latenter Anforderung, dann mindert er nicht nur den persönlichen Freiheitsraum, sondern auch die Entfaltung einer sicheren Persönlichkeit. Entspannungsübungen und Gefühlsmodifikationen können dies verhindern. > Bioenergetik.

Lit.: Reich, Wilhelm: Charakteranalyse. Wien: Selbstverl., 1933; ders.: Die Entdeckung des Orgons. Köln: Kiepenheuer & Witsch, 1969; Lowen, Alexander: Bioenergetik: Therapie der Seele durch Arbeit mit dem Körper. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt-Taschenbuch-Verl., 2002.


   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 3