Chang Tao-ling

Chang Tao-ling oder Chang Ling  (2. Jh. n. Chr.), Gründer einer der bedeutendsten Schulen des > Taoismus, > Wu-tou-mi tao, die den Zusammenhang zwischen Sünde und Leiden betonte und Buß- und Heilungszeremonien einführte.
C. begann in der Provinz Szechwan durch Rezitieren magischer Formeln und das Verabreichen geweihten Wassers Kranke zu heilen. Für eine Behandlung verlangte er fünf Scheffel Reis, weshalb man seine Schule „Fünf-Scheffel-Reis-Taoismus“ nannte. Die Bewegung wurde von >
Chang Hsiu und > Chang Lu weiter ausgebaut. Seine Anhänger verehrten ihn als himmlischen Meister (> T’ien-shih). Als er in hohem Alter starb, soll er bei hellem Tag zum Himmel aufgefahren sein.
Über seine Lehre und Einzelheiten des Lebens gibt es nur Legenden, aus denen durchschimmert, dass er seine Autorität über gute und schlechte Mächte ausübte. Nach jahrelangen alchemistischen Experimenten soll es ihm auch gelungen sein, die Pille der Unsterblichkeit (> Ch’ang-sheng pu-ssu) herzustellen.
Neu ist mit Sicherheit die Aufteilung seiner Anhänger in 24 Gebietsabschnitte.

Lit.: Blofeld, John: Der Taoismus oder die Suche nach Unsterblichkeit. München: Diederichs, 1995.


   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 3