Chang Po-tuan

Chang Po-tuan (984–1082), berühmter taoistischer Meister, der die Lehren des > Taoismus mit jenen von > Zen-Buddhismus und > Konfuzianismus verband. C. gehörte zu den bedeutendsten Vertretern der alchemistischen Schule des Inneren Elixiers (> Nei-tan), die nach spiritueller Unsterblichkeit strebt. Das Innere Elixier ist die Rückkehr zum Ursprung durch die Erleuchtung des Geistes.
Nach den Darlegungen seiner Lehre im Werk Wu-chen p’ien („Essay über das Erwachen zur Wahrheit“) sind „wahres Blei“ und „wahres Quecksilber“, also die Essenz von > Yang und > Yin, die Ingredienzien des Inneren Elixiers. Yin muss von Yang eingefangen und absorbiert werden, was er die Vermählung von Yin und Yang nennt. Dabei sei Yang das Wirkliche und Yin das Unwirkliche.
Diese beiden Essenzen werden vom Alchimisten, wenn er zur Mitternacht und zur > Wintersonnenwende in > Meditation auf seinem Bett liegt, mit Hilfe der Lebensenergie (> Chi) in seinem Körper vermählt. Es bildet sich ein „Embryo“ (sheng-t’ai), der in dem Maße wächst, in dem Yang zunimmt. Dadurch kann der Alchemist > Unsterblichkeit erreichen. Der Embryo wird zum neuen Ich, das erleuchtet und daher unsterblich ist und keine Unterscheidung zwischen Subjekt und Objekt kennt.

W.: Chang, Po-tuan: Das Geheimnis des Goldenen Elixiers. Bern: Barth, 1990.


   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 3