Chambon, Marie-Marthe

Chambon, Marie-Marthe (* 6.03.1841 Croix-Rouge bei Chambery; † 22.03.1907 Chambery), Schwester des Heimsuchungsklosters (Visitantinnen) von Chambery in Savoyen und Vorkämpferin für die Verehrung der Wundmale des Herrn.
Bereits im Alter von acht Jahren sah Ch. in einer Vision den Gekreuzigten. 1862 trat sie in den Orden der Heimsuchung Mariä in Chambery ein und erhielt den Namen Marie-Marthe. Am 2.08.1864 legte sie als Laienschwester die Profess ab. Als bei ihrem strengen Bußleben Ekstasen auftraten, wurde sie unter strengste Kontrolle gestellt. 1867 erhielt Ch. den Auftrag, die Verehrung der > Wundmale Christi zu fördern. Vier Jahre hindurch lebte sie nur von der Eucharistie, bis sie am 20. September 1873 wiederum Nahrung zu sich nehmen konnte. 1874 empfing sie nacheinander die Wundmale Christi, die nach einigen Monaten auf ihr Bitten hin zu bluten aufhörten; lediglich die Kopfschmerzen blieben. In einer eintägigen Ekstase im September 1867 erkannte sie ihre Berufung, die Andacht zu den hl. Fünf Wunden zu verbreiten, selbst aber im Verborgenen zu bleiben. Nach ihrem Tod im Jahre 1907 setzte schon bald ihre Verehrung ein. Der Seligsprechungsprozess wurde am 22.04.1937 eröffnet.
 
Lit.: Castellan, Dominique Joseph Marie Paul: Soeur Marie-Marthe Chambon. Chambéry, o. J.; Schwester Maria Martha Chambon, Apostel und Missionärin von den Heiligen Wunden. Freiburg: Kanisiuswerk, 1932; Garrigou-Lagrange, Réginald: Soeur Marie-Marthe Chambon et la dévotion aux Saintes Plaies. La Vie Spirituelle ascétique et mystique 53 (1937), 150–168.


   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 3