Chamberlain, Houston Stewart

Chamberlain, Houston Stewart (* 9.09.1855 Portsmouth / England; † 9.01.1927 Bayreuth / Deutschland), britischer Publizist, der vor allem dem neuheidnischen Germanentum huldigte. 1899 veröffentlichte er die einflussreiche kulturhistorische Abhandlung Foundations oft he 19th Century (Die Grundlagen des 19. Jahrhunderts) in zwei Bänden. Beeinflusst von der Rassenlehre von Graf Joseph Arthur de Gobineau (1816–1882) und von den Schriften Richard Wagners, schildert er die abendländische Geschichte als einen Kampf der Rassen und charakterisiert die Germanen als die kulturschöpferische Rasse, die für die Aufrechterhaltung christlicher Kultur gegenüber den Einflüssen des Judentums verantwortlich sei. 1909 heiratete er Wagners Tochter Eva von Bülow und nahm 1916 die deutsche Staatsbürgerschaft an. 1923 traf er mit Adolf Hitler zusammen, der seine Schriften besonders schätzte, während C. umgekehrt von Hitler beeindruckt war. Seine fanatische Betonung der arischen Rasse hatte großen Einfluss auf Hitler und trug zu dessen Machtergreifung bei.
Aus paranormologischer Sicht ist die ungeheure Wirkung der hochgespielten Symbolik der arischen Rasse als „Magie der Macht“ zu bezeichnen.

Lit.: Ravenscroft, Trevor: The Spear of Destiny. New York: G. P. Putman’s Sons, 1973; ders.: Der Speer des Schicksals. München: Universitas, 1988.


   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 3