Cham-er

Cham-er, auch ah Tcam-er, > Todesdämon bei den Chorti-Indianern in Guatemala. C. erscheint sterbenden Männern als riesenhafter Mann in Frauenkleidern, sterbenden Frauen hingegen als große Frau in Männerkleidung. Er hält ein Steinmesser in der Hand, mit dem er am vorherbestimmten Tag den Todesstoß versetzt.
Nach einer anderen Version tritt er als Skelett mit weißer Totenkleidung und einem langen Speer mit Knochenspitze in der Hand auf. Nur der Sterbenskranke kann ihn sehen. Ähnlich dem „Gevatter Tod“ in europäischen Märchen tritt er am Kopfende auf, wenn der Kranke wieder gesund wird; zeigt er sich am Fußende des Bettes, ist der Tod unausweichlich.

Lit.: Biedermann, Hans: Dämonen, Geister, dunkle Götter. Graz: Leopold Stocker, 1989.


   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 3