Chagnon, Amélie

Chagnon, Amélie, 14. Wunderheilung von Lourdes. C. wurde am 17. September 1874 in Poitiers (Frankreich) geboren und am 21. August 1891 im Alter von fast 17 Jahren in Lourdes geheilt. C. erkrankte mit 13 Jahren (1887) an einem Knieleiden. Die Schmerzen wurden zunächst dem Wachstum zugeschrieben, in Wirklichkeit aber litt sie an Tuberkulose, die sich dann noch auf den linken Fuß ausdehnte. Am 28. Oktober 1890 wurde sie in das Spital eingeliefert, wo die Krankheit als unheilbar beurteilt wurde. Obwohl C. schon 1889 in Lourdes gewesen war, ohne eine Besserung zu erfahren, unternahm sie erneut eine Wallfahrt dorthin.
Am 21. August 1891, um 9.00 Uhr morgens, traf sie in Lourdes ein. Um 15.00 Uhr desselben Tages ließ sie sich, nahezu bewusstlos, in das Wasserbecken tauchen. Nach anfänglich heftigen Schmerzen trat plötzlich eine Linderung ein. C. war augenblicklich geheilt. Auf der Rückfahrt benötigte sie keine Pflege mehr; eine Operation erübrigte sich. Die Krankheit war ohne Folgeerscheinungen geheilt, wie Dr. Dupont feststellte: Die Fistelbildung von etwa 2 cm war verschwunden, die Vernarbung vollständig. Das betreffende Gelenk schmerzte bei Druckausübung nicht mehr. C. fühlte sich frei und lebte wieder auf. Ende November 1891 trat sie bei den Herz Jesu-Schwestern in Poitiers ein und arbeitete später als Ordensfrau in der Nähe von Tournai (Belgien).
Schließlich beurteilte eine ärztliche Kommission die Heilung C.s von tuberkulöser Osteoarthritis des Knies und des Mittelfußknochens 2 (Os metatarsale II) als plötzlich, vollständig, dauerhaft und medizinisch nicht erklärbar.
Am 8. September 1910 wurde die Heilung von Bischof Charles G. Walravens von Tournai, Belgien, als Wunder anerkannt.

Lit.: Resch, Andreas: Die Wunder von Lourdes. Innsbruck: Resch, 22015.


   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 3