Chado

Chado (jap., „Tee-Weg“), oft auch Cha-no-yu („heißes Teewasser“ oder einfach „Tee“) genannt. Zenbuddhistischer Weg, um das gewöhnliche > Bewusstsein zu überwinden und so das innere Selbst in Harmonie zu bringen, die sich in der Geistesverwirklichung der einzigen Buddha-Natur aller Erscheinungsformen ereignet.
Das Zubereiten und Trinken von Tee nahm, offensichtlich aus medizinischen Gründen, seinen Anfang in China. Die Praxis könnte sich vom Gebrauch des Tees als Anregungsmittel herleiten, das Meditierende wachhält.
Im C. fließen auch viele Einzelkünste wie Architektur, Gartengestaltung, Töpferei, Malerei und der Blumenweg (> Kado) in Schöpfung eines nur im Augenblick bestehenden Gesamtkunstwerkes zusammen, in dem alle Sinne an einer ganzheitlichen Erfahrung teilhaben, das zerlegende Denken aber ausgeschaltet ist. So sind die „Teemeister“, die in Zen bewandert sind, gesuchte Ratgeber in Fragen der Kunst.
Im 16. Jh. wurden über 100 Regeln ausgearbeitet, um die Zeremonie von C. richtig durchzuführen.

Lit.: Raab, Bernadette: Das Wunder der Teestunde. Ottensheim: Lilanitya, 1997; Oda, Eiichi: Cha no yu no michi Sen Rikyu no bun. Tokyo: Kyuryudo, Heisei 13 [2001].


   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 3