Ch'üan-chen tao

Ch’üan-chen tao (chin., „Weg zur Verwirklichung der Wahrheit“) ist eine Hauptform des religiösen > Taoismus. Sie wurde von Wang Ch’un-yang (1112–1170) ins Leben gerufen, nachdem dieser 1159 einen Einsiedler getroffen hatte, der behauptete, die Inkarnation von zwei der Unsterblichen (> Pa-hsien) zu sein, von denen er Geheimnisse empfangen habe.
Das Ziel seiner Lehre, die er aus klassischen Quellen des Taoismus, aber auch des > Zen-Buddhismus und zu einem gewissen Grad aus dem > Konfuzianismus gestaltet hat, ist es, das > Tao zu verwirklichen, indem man seine eigene Natur und den eigenen Geist im Verhältnis zum Tao versteht. Von den Bewegungen, die sich aus C.s Tao-System herleiten, war die sog. „Drachentorschule“ die dauerhafteste.

Lit.: Das Oxford-Lexikon der Weltreligionen. Darmstadt: Wiss. Buchges., 1999.

 

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 3