Cernunnus

Cernunnus (kelt., Etymologie unklar), keltischer Gott mit Hirschgeweih, dessen Name und Bild auf einem Monument aus der Zeit des römischen Kaisers Tiberius (14–37 n. Chr.) überliefert sind, dargestellt als bärtiger Mann mit dem Geweih und den Ohren eines Hirsches. Die Abbildung auf dem berühmten Kessel von > Gundestrup  aus dem 1. Jh. zeigt ihn im sog. Buddhasitz mit einem Hirschgeweih auf dem Kopf, einem Halsreif in der rechten und einer Schlange mit Widderkopf in der linken Hand. Ein Relief in Reims stellt ihn mit einem Sack dar, aus dem Münzen herausfallen.
Unter diesen Attributen wurde C. vor allem bei den Galliern, in Britannien und Irland als Gott der Fruchtbarkeit, als Herr der Tiere, als Gott des Reichtums und der Unterwelt verehrt. Die Jäger brachten ihm Opfer dar, um Schutz zu erhalten.
In der > Wicca-Religion ist der gehörnte Gott eine Personifikation der Fruchtbarkeit ohne jeden Bezug zum christlichen Teufel.

Lit.: Drury, Nevill Magie. Aarau/München: AT Verlag, 2003; Vries, Jan de: Keltische Religion. Bern: Ed. Amalia, 2006 (Reprint); Comte, Fernand: Mythen der Welt. Darmstadt: Wiss. Buchges., 2008.


   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 3