Ceres

Ceres (lat.), römische Göttin des Ackerbaus und Begründerin der Gesetzgebung und Zivilisation.
C. ist die Tochter des > Saturn und der > Ops, Schwester von > Jupiter und > Pluto, Mutter der > Proserpina. Sie entspricht der griechischen > Demeter, deren Kult in Rom zu Beginn des 5. Jh. v. Chr. offiziell übernommen wurde.
Als möglicherweise chthonische Gottheit ließ sie gleich der italischen > Tellus Mater (Mutter Erde) das Lebendige aus ihrem Schoß hervorgehen, um es nach dem Tode wieder zu sich zu nehmen. Wie Demeter war C. als Fruchtbarkeitsgottheit auch Göttin der Ehe. Zudem galt sie, wie gesagt, als die Begründerin von Gesetzgebung und Zivilisation. Ihr Tempel stand auf dem >
Aventin, wo auch den Gottheiten > Liber und > Libera gehuldigt wurde. Ihr Fest waren die > Cerealia. Nach C. werden die Feldfrüchte Zerealien (engl. cerealia) genannt.
In Kunst und Kultur greifen u.a. die Gemälde von Rubens (1612/15) und Böklin (1874) sowie der Schwank von Hans Sachs das Thema der C. auf.

Lit.: Altheim, Franz: Terra mater: Untersuchungen zur altital. Religionsgeschichte. Gießen: A. Töpelmann, 1931.
  


   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 3