Centurione verw. Bracelli, Virginia

Centurione verw. Bracelli, Virginia (*2.04.1587 Genua/Italien; †15.12.1651 ebd.), heilig (18.05.2003; Fest: 15. Dezember), Gründerin des Instituts der Schwestern Unserer Lieben Frau von der Zuflucht auf Golgotha und der Töchter Unserer Lieben Frau am Kalvarienberg.
C. heiratete am 7. Januar 1602 Kaspar Bracelli. Nach dessen Tod, am 13. Juni 1607, besiegelte sie mit dem Gelübde der Keuschheit die unwiderrufliche Hingabe an Gott im Dienst der Hilfsbedürftigen, verzichtete zu Gunsten der Armen auf ihren gesamten Besitz, gründete 1626 die Gemeinschaft der Helferinnen der Frauen der Barmherzigkeit, bestieg mit Sklaven beladene Galeeren, drang in die überfüllten Lazarette ein, brachte den Kindern den Katechismus bei, verkündete das Evangelium und gründete den „Verband der Blinden“. Mit dem „Werk der Zuflucht“ bot sie verlassenen und gefährdeten Mädchen eine angemessene Unterbringung. Zur Absicherung all ihrer Tätigkeiten gründete sie am 13. April 1631 die zwei eingangs genannten Ordensgemeinschaften.
Bei ihrem Tod als Heilige verehrt, geriet sie dann 150 Jahre lang völlig in Vergessenheit, selbst bei den Schwestern, die sie gegründet hatte. Erst als in der Folge der Unterdrü­ckung vieler Klöster durch die napoleonischen Gesetze Arbeiter das Kloster mit dem Grab von C. am 20. September 1801 abrissen, entdeckten sie im geöffneten Bleisarg ihren noch flexiblen Körper; der Name ging aus der nach dem Tod dort angebrachten Inschrift hervor.
1868 wurde der unversehrte Leichnam in die neue Kirche des Mutterhauses der Suore di N. S. del Rifugio in Monte Calvario, viale Virginia Centu­rione Bracelli, n. 13, Genova-Marassi, Italien, überführt, wo er auch heute noch Ziel der Pilger ist.

Lit.: Resch, Andreas: Wunder der Seligen 1983–1990. Innsbruck: Resch, 1999; Resch Andreas: I Santi di Giovanni Paolo II. Innsbruck. Resch, 2009.


   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 3