Cele, Germana

Cele, Germana, Besessenheitsfall in Natal (Südafrika) in den Jahren 1906/1907.
C. war ein 16-jähriges Mädchen, das die Missionsschule St. Michael in Natal besuchte. Nach dem Bericht des Marianhillerpaters Erasmus Hörner zeigte sie im Sommer 1906 merkwürdige Zustände, die nicht mehr natürlich zu erklären waren. Ihre Augen glänzten, sie hielt sich für verloren und überreichte P. Erasmus einen Zettel, auf dem sie sich dem Teufel verschrieben hatte. Am 20. August tobte sie wie von Sinnen. Am Sonntag, den 26. August, störte C. den Gottesdienst durch Schreien, Schimpfen und Lachen. Wenn der Pater verreiste, konnte sie genau seine Aufenthaltsorte nennen. Da man schließlich an >
Besessenheit dachte, wandte man sich an den Bischof von Natal, Heinrich Delalle. Dieser beauftragte die Patres Mansuetus und Erasmus, den > Exorzismus vorzunehmen, der auf Mittwoch, den 12. September, morgens um 7.00 Uhr, festgelegt und nach dem Rituale Romanum durchgeführt wurde. Auf die Frage nach dem Namen nannte sich der Teufel Mälek. Am Abend wurde der Exorzismus von 17.00 Uhr bis tief in die Nacht fortgesetzt, jedoch ohne Erfolg, weshalb man einen weiteren Exorzismus für den nächsten Morgen um 8.00 Uhr in der Kirche ansetzte. Drei Schwestern und acht kräftige Mädchen standen hinter Germana, um notfalls einzugreifen. Plötzlich schwebte Germana mit dem Stuhl, auf dem sie saß, in der Luft. Die Stricke, mit denen sie angebunden war, rissen, dann schrie sie schrecklich auf, brach zusammen und schien befreit. Der Teufel hatte jedoch angekündigt, wiederzukommen, was Anfang 1907 der Fall war. Am 24. April nahm Bischof Delalle den > Exorzismus selbst vor. Die volle Befreiung trat jedoch erst beim Exorzismus am zweiten Tag ein.

Lit.: Heinrich Delalle: St. Annaboten, Maiheft 1909; Delacour, Jean-Baptist: Apage Satana! Das Brevier der Teufelsaustreibung. Genf: Ariston, 1975.


   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 3