Cecco d’Ascoli

Cecco d’Ascoli, auch Cecco Esculano, eigentlich Francesco Stabili (*1257 Ascoli; † 26.09.1327 Florenz), italienischer Dichter, Astrologe, Mathematiker, Philosoph, Arzt und Magier.
C. unterrichtete an den Universitäten von Bologna und Florenz und war vielleicht auch in Salerno und Paris. Es scheint, dass ihn Papst Johannes XXII. als persönlichen Arzt in Avignon haben wollte. Fest steht, dass er in seinem Kommentar zu De sphaeris des Johannes de Sacrobosco u.a. kühne Behauptungen über Christus und die Dämonen aufstellte. Die Gestirndämonen könnten durch Beschwörung in den Dienst der Menschen gestellt werden und durch die Herrschaft der Quarte der achten Sphäre würden göttliche Menschen geboren. Damit geriet er in Konflikt mit der Geistlichkeit und wurde zu Fasten und einer Geldbuße verurteilt. Dieser soll er sich durch Flucht nach Florenz entzogen haben, wo er zum Hofastrologen des Herzogs Carlo von Kalabrien wurde.
Durch seine rückhaltlos geäußerten Meinungen machte er sich viele Feinde. So kritisierte er Dantes Commedia und Guido Cavalcantis Canzone d’Amore.
Das Buch, mit dem er Bekanntheit erlangte und das zu seinem Tod führte, war jedoch Acerba (von acervus), ein enzyklopädisches Gedicht, das 1473 erstmals in Venedig erschien, bis zu seinem Tod mehr als zwanzig Auflagen erfuhr und seiner Gegnerschaft viele Angriffsflächen bot. Der Arzt Dino del Garbo verklagte ihn unablässig, bezeichnete seine Ausführungen als absurd und barbarisch und half mit, ihn vor Gericht zu bringen, wo er zum Tod verurteilt wurde. Am Tag nach dem Urteilsspruch wurde er am 26. September 1327 in Florenz auf dem Scheiterhaufen verbrannt, wobei er noch in den Flammen gesagt haben soll: „Ich habe es gesagt, gelehrt, geglaubt.“ Nach einer Legende soll er durch den Einsatz seiner magischen Fähigkeiten dem Feuer entkommen sein.
C. hinterließ zahlreiche Werke, von denen die meisten nie veröffentlicht wurden. In der Vatikanbibliothek findet sich eine Handschrift von ihm, die mit „Incipit scriptum de principiis astrologiae secundum Cicchum, dum juvenis erat electus per universitatem Bononiae ad legendum“ beginnt.
C. war ein Mann von großer Gelehrsamkeit und vielfältigen Fähigkeiten. Er soll sogar den Blutkreislauf vorhergesehen haben. Der Mondkrater Cichus ist nach ihm benannt.

W.: Lo illustro poeta Cecho d’Ascoli, con comento (Impressa in Venetia: per Iohane Baptista Sessa, 1501; Sphera cum commentis in hoc volumine contentis, videlicet. Cicchi Esculani cum textu. Venetiis: impensa heredum quondam domini Octauiani Scoti Modoetiensis ac sociorum, 19 Ianuarii 1518; L’Acerba, Venezia: Giovanni Andrea detto Guadagnino Vavassore, 1546.


   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 3