Castor und Pollux

Castor und Pollux, die lateinischen Namen für die Dioskuren Kastor und Polydeukes, das etruskische Helden- und Brüderpaar, das von den Griechen übernommen wurde. C. und P. waren Zwillingssöhne des > Zeus und der Leda, Brüder von Helena und Klytaimnestra. Bei Homer ist nur Helena göttlich. Eine andere Version lässt C. einen sterblichen Sohn des Tyndareos, P. jedoch einen unsterblichen Sohn des Zeus sein. Während sich C. als Pferdebändiger auszeichnet, wird. P. als Faustkämpfer berühmt. Die beiden ziehen gegen Theseus, der Helena geraubt hat, befreien die Schwester und nehmen am Argonautenzug teil. P. besiegt den Bebrykerkönig Amykos in einem berühmten Boxkampf. Mit Herkules ziehen die beiden gegen die > Amazonen und erscheinen bei der > Kalydonischen Jagd.
Als sie von den Apharetiden, Lynkeus und Idas, ihren messenischen Vettern, zur Hochzeit geladen werden, bemächtigen sie sich der Bräute Phoibe und Hilaeira, der Töchter des Leukippos. Im Kampf tötet Idas C., während P. Lynkeus tötet. Zeus erschlägt den Idas durch einen Blitzschlag. In den Olymp aufgenommen, bittet P. den Zeus, mit seinem sterblichen Bruder zusammenbleiben zu dürfen. So verbringen die beiden Dioskuren C. und P. je einen Tag im Olymp und einen Tag in der Unterwelt (Hom. Od. 11, 298ff).
Das Thema wurde in Dichtung, Kunst, Oper und Film vielfach aufgegriffen.

Lit.: Rameau, Jean-Philippe: Castor et Pollux: Tragédie lyrique en cinq actes. London: Erato, 1982; Hunger, Herbert: Lexikon der griechischen und römischen Mythologie. Wien: Hollinek, 1988; Geppert, Stefan: Castor und Pollux: Untersuchungen zu den Darstellungen der Dioskuren in der römischen Kaiserzeit. Münster: Lit, 1996.


   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 3