Casilda

Casilda, heilig (Fest: 9. April), lebte wahrscheinlich im 11. Jahrhundert, zur Zeit der muslimischen Herrschaft in Spanien. Sie war die Tochter des Emirs von Toledo, al-Maʼmun, nach anderen, des Statthalters von Cuenca, Ben Cannon. Nach dem Martyrologium Romanum wurde sie in San Vicente bei Briviesca in der Provinz Burgos in Kastilien geboren und in der muslimischen Religion erzogen. Dennoch hatte sie Mitleid mit den von ihrem Vater verhafteten Christen und half ihnen, so gut sie konnte. Der Legende nach wurde sie von ihm dabei ertappt, als sie den Gefangenen im Kerker Brot brachte, das sich daraufhin in ihrer Schürze in Rosen verwandelt haben soll.
Als sie eines Tages erkrankte und die Ärzte ihr nicht helfen konnten, pilgerte sie zum Heiligtum San Vicente von Briviesca, das wegen der Heilkraft seiner Quellen, besonders gegen Blutfluss, bekannt war. Auch C. wurde geheilt, trat zum Christentum über und lebte nach der Taufe als Einsiedlerin in der Nähe der Quelle, die dann ihren Namen erhielt. Nach ihrem Tod, dessen Datum nicht bekannt ist, wurde ihr Leichnam in der Kirche San Vicente beigesetzt und am 21. August 1750 in das neu errichtete Santuario de Santa Casilda, 11 km außerhalb der Stadt, überführt.
C. ist die Patronin von Briviesca.

Lit.: Alberti, Rafael: Santa Casilda. Cádiz, Spanien: Fundación Rafael Alberti, Diputación Provincial de Cádiz, 1990.


   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 3