Carioni, Giovanni

Carioni, Giovanni, Ordensname: Battista da Crema (* um 1460 Crema, † 1534 Guastalla/Italien), Dominikaner, größter geistlicher Schriftsteller der ersten Hälfte des 16. Jh.
C., dessen Biografie nur stückhaft bekannt ist, war Mitglied der reformierten Dominikaner der Lombardei und hatte den Ruf eines großen Predigers, Schriftstellers und Spirituals. Er war Mitbruder und Zeitgenosse von Fra Girolamo > Savonarola (1452–1498), der ihn in seinen Schriften mit großer Bewunderung erwähnt. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die beiden für kurze Zeit im gleichen Haus wohnten.
Nach C.s geistlicher Lehre muss sich der Mensch im ständigen Kampf gegen alles bewähren, was sich der Liebe entgegenstellt. In der Liebe kann der Mensch die mystische Einheit mit Gott erreichen und dem Nächsten dienen. Wegen seiner besonderen asketischen Strenge beschuldigte man C., dass er in seiner Bußpraxis jener der >
Beginen folge und in der Häresie des Pelagius verweile. Seine Werke wurden daher 1554 auf den Index von Venedig, 1559 auf den römischen und 1564 auf den tridentinischen Index gesetzt. 1900 wurden sie jedoch vom Index entfernt.
C. war ein großer Förderer der 1530 gegründeten Kongregation der Barnabiten und Autor von Werken der > Spiritualität.

W.: Philosophia diuina di quello uero maestro Iesu Christo Milano: per Gotardo da Ponte, 1531; Opera vtilissima. De la cognitione, & uittoria de si stesso. Componuta per il reuerendo patre frate Babtista da Crema maestro di scientia spirituale pratica, & perfettione christiana rarissimo. Impresso in Milano: per messer Gotardo da Ponte fiamengo che sta appresso alla Doana, 1531 a di xiii de marzo; Via di aperta verità. Venetia: per Bastiano Vicentino, 1532; Specchio interiore Milano: dal Caluo, 1540.

Lit.: Premoli, Orazio M: Fra’ Battista da Crema secondo documenti inediti: contributo alla storia religiosa del secolo XVI. Roma: Desclée, 1910; Bogliolo, Luigi: Battista da Crema: Nuovi studi sopra la sua vita, I suoi scritti, la sua dottrina. Torino: Sei, Soc. Ed. Internazionale, 1952.


   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 3