Caravacakreuz

Caravacakreuz oder Spanisches Kreuz, Schutzschrift gegen Hochgewitter mit einem Gebet zu Maria und St. Florian, die an der Schlafkammer oder Haustür befestigt wurde. Das Gebet endet mit Versen. Die Schrift besteht aus zwei Textspalten, zwischen denen ein Doppelkreuz aufgedruckt ist.
Solche Kreuze sind auch unter dem Namen Spanisches Kreuz als Anhängekreuze aus Metall bekannt (Stoiber). Der Name geht auf die Sage zurück, dass ein maurischer König in der spanischen Stadt Caravaca dem Priester der dort gefangen genommenen Christen befohlen haben soll, eine Messe zu lesen. Für den Altar fehlte am 3. Mai 1232 jedoch das Kreuz. Da brachten es zwei Engel auf wunderbare Weise vom Himmel herab. Das Kreuz wird als crux lignea bipalmaris (zweiarmiges Holzkreuz), Doppelkreuz, bezeichnet. Der König wurde durch das Wunder bekehrt und nahm das Kreuz in seine Schatzkammer auf.
Für die häufig von schweren > Gewittern heimgesuchte Stadt Caravaca wurde dieses Kreuz  zum Schutzsymbol vor allem gegen Unwetter (Gretser, I. 201f.).
Die Nachbildungen des Kreuzes waren besonders im 16. und 17. Jh. sehr verbreitet und mit zahlreichen Gnaden verbunden, insbesondere gegen Gewitter. 1678 wurden sie von der Kirche verboten (Decreta authentica, I,13).

Lit.: Gretser, Jacob: Iacobi Gretseri, Societatis Iesv, ... Opera Omnia, De Sancta Crvce. Ingolstadii: Eder, 1616; Stoiber, U.: Armamentarium Ecclesiastivum 2 (1726), 97; Decreta authentica s. congr. Indulg. Sacrisque reliq. Praepositer ab ao. 1668 ad ann. 1882 (1883).


   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 3