Carancini, Francesco

Carancini, Francesco (um 1863–1940), italienisches Medium, das zu seiner Zeit als eines der besten Medien der Welt bezeichnet wurde.
C. produzierte psychokinetische Bewegungen, seltener > Materialisationen, schrieb medial auch in Latein und Altgriechisch. Da alle Phänomene in absoluter Dunkelheit oder bei nur leichter Beleuchtung produziert wurden, konnte trotz sorgfältiger Fesselung C.s der Verdacht der Manipulation nie völlig ausgeschlossen werden. C. erlaubte zwar Blitzaufnahmen, doch nur auf sein Zeichen hin. Wenngleich er von namhaften Wissenschaftlern in Rom, Paris und Genf untersucht wurde, ohne betrügerisches Handeln aufzudecken, wurde 1909 bei der Untersuchung durch die Society for Psychical Research in London unter der Leitung von W. W. >
Baggally und Everard Feilding, die vorher Eusapia > Palladino in Neapel untersucht hatten, nur Betrug festgestellt: Zündhölzer zur Erzeugung von „Geisterlichtern“ und jeweils eine freie Hand, um Gegenstände zu levitieren oder Phänomene zu erzeugen. Ob damit auch alle anderen unter Kontrollbedingungen beobachteten Phänomene auf Betrug beruhten, kann angenommen, aber nicht bewiesen werden.

Lit.: Baggally, W. W.: Some Sittings with Carancini. Journal of the Society for Psychical Research 14 (1910), 193; Flournoy, Théodore: Esprits et médiums, mélanges de métapsychique et de psychologie. Genf: Kündig, 1911; Annales des Sciences Psychiques 1913, S. 243–247.


   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 3