Caput mortuum

Caput mortuum (lat., Totenkopf), in der > Alchemie der unverdampfte Rückstand bei der Destillation oder Sublimation flüchtiger Substanzen. Da man diesen eine Belebtheit durch einen > Geist oder eine > Seele zuschrieb, durch die das Feuer freigesetzt und ausgetrieben würde, hielt man den Rückstand für tot, nicht aber auch allgemein für wertlos. In den paracelsistischen Schriften vermutete man im C. ein essenzielles Salz, das sich durch heftige > Calcinatio und nachfolgende Extraktion mit Wasser, Alkohol oder einem anderen Lösungsmittel isolieren lasse. Der verbleibende Rückstand nach der Entfernung der löslichen Bestandteile des C. wurde terra damnata (verfluchte Erde) genannt.

Lit.: Döbereiner, Franz: Grundriß der Chemie. Stuttgart: Becher, 1848; Alchemie. München: Beck, 1998.


   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 3