Canidia

Canidia, eine von Horaz verewigte Magierin. Sie soll bei ihren Zaubereien Wachsfiguren verwendet und mit ihren magischen Gedichten den Mond zum Herabsteigen gezwungen haben. Kritiker werfen Horaz vor, C., eine reale Person, nach Pomponius Porphyrius eine Apothekerin namens Gratidia aus Neapel, aus Hass angegriffen und in der Satire 1,8 und in den Epoden als Hexe verspottet zu haben. So beschreibt Horaz in der fünften Epode, dass C. mit ihren Helfershelferinnen einen frei geborenen Jungen entführt habe, um aus dessen Leber und Knochen einen Liebestrank zur Rückgewinnung ihres Geliebten, des alten Varus, zu brauen.

Lit.: Horatius Flaccus, Quintus: Des Q. Horatius Flaccus erste Satire. Frankfurt a. M.: Andreae, 1830; Porphyrio, Pomponius: Pomponii Porphyrionis Commentarii in Q. Horatium Flaccum. Lipsiae: Teubner, 1874; Horatius Flaccus, Quintus: Oden und Epoden. Artemis und Winkler, 2002; Kytzler, Bernhard: Frauen der Antike. Düsseldorf: Patmos, 2005.


   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 3