Campbel(l), Gilbert

Campbel(l), Gilbert, schottischer Weber, dessen Haus 1654 Ort merkwürdiger Erscheinungen war. Im Oktober 1654 bat ein gewisser Alexander Agne den Weber C. um etwas Geld. Die gebotene Summe war angeblich zu niedrig, weshalb der Bettler drohte, ihm Schaden zuzufügen. Kurz darauf wurde Agne wegen Gotteslästerung gehenkt. Von diesem Zeitpunkt an kam es im Haus des Webers zu merkwürdigen Ereignissen. Sämtliche Handwerksgeräte wurden zerstört, Mitte November wurden Steine gegen Fenster, Türen und Kamine geworfen. Kleider, Mützen, Schuhe, selbst wenn am Leib getragen, wurden zerschnitten. Den Personen selbst geschah nichts. Dann wurden Kisten und Kästen geöffnet und der gesamte Inhalt zerschnitten. C. wurde genötigt, seinen Beruf aufzugeben und mit der Familie auszuziehen. Daraufhin blieb es fünf Tage ruhig, bis sein Sohn Thomas heimkehrte. Am Tag danach, einem Sonntag, wurde das Haus angezündet, die Flammen konnten jedoch gelöscht werden. Auch als der Knabe nicht mehr im Haus war, wurde die Familie in Angst versetzt. Als Thomas das Haus wieder betreten wollte, hörte er eine Stimme, die ihm dies verbot. Er ging dennoch hinein, wurde aber so arg misshandelt, dass er es wieder verlassen musste.
Am Montag, den 12. Februar 1655, hörte auch die übrige Familie eine Stimme, die schließlich sagte, dass sie ein böser Geist, Satan ihr Vater und gekommen sei, um das Haus zu peinigen. Am 18. September 1655 ertönte um Mitternacht der Schrei: „Ich will das Haus verbrennen!“ Vier Tage später wurde eines der Betten angezündet, das jedoch noch gelöscht werden konnte. So wurde der Mann fortan gepeinigt. Damit endet der Bericht.
Der Fall wurde durch den Mathematiker G. Sinclare (†1696) bekannt, der in diesem Spukfall gleichsam den mathematischen Beweis für die Existenz von Geistern sah. Der Historiker und Bischof van Salisbury, Gilbert Burnet (1643–1715), erwähnt den Fall ebenfalls. > Spuk.

Lit.: Görres, Joseph von: Mystik, Magie und Dämonie. München: R. Oldenbourg, 1927, S. 334–337; Burnet, Gilbert: History of His Own Time, vol. 1–6. Hildesheim: Olms, 1969.


   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 3