Cambion

Cambion, nach der Mythologie ein Halb-Mensch, hervorgegangen aus einem > Succubus und einem > Incubus unter Verwendung der Fortpflanzungsfähigkeiten eines Mannes und einer Frau. Der Überlieferung nach sind nämlich Dämonen wie Succubus und Incubus zeugungsunfähig und bedürfen daher des Menschen. Die Zeugung erfolgt dabei in mehreren Schritten:
Der Succubus verbindet sich mit einem Mann und erwirbt eine Probe seiner Spermien, die er dem Incubus weitergibt. Dieser verbindet sich mit einer Frau und schwängert sie mit dem männlichen Sperma.
Die C. werden normal geboren und sehen aus wie Menschen, haben aber keinen Puls und keine Atmung. Sie bleiben so bis zum 7. Lebensjahr, dann zeigen sie offen ihre dämonische Herkunft.
Der typische C. ist listig und böse, hat gleichzeitig jedoch ein engelhaftes und verführerisches Aussehen, verbunden mit der Gabe, andere Menschen zu kontrollieren. Manchmal werden C. als sexuelle Vampire angesehen, da sie ihre Opfer zu unerlaubten sexuellen Handlungen verleiten.
Nach dem > Hexenhammer (Malleus Malleficarum) von Heinrich > Kramer ist es nicht rechtgläubig, von der Zeugung des Menschen durch Incubi und Succubi zu sprechen (I,3). Die Dämonen könnten aber, wie Augustinus sagt (De trinitate 3,8), Samen sammeln und diese für körperliche Wirkungen anwenden.
In Der Sturm von William > Shakespeare ist die Gestalt des Caliban ein C. (Sohn einer Hexe, Sycorax). Im Spiel Dungeons & Dragons ist der C. eine Kreuzung zwischen einem Unhold und einer anderen Kreatur und häufig, aber nicht immer, ein Mensch.

Lit.: Shepard, Leslie A.: Encyclopedia of Occultism & Parapsychology, vol. I. Detroit: Book Tower, 1984, S. 204; Kramer, Heinrich: Hexenhammer. Malleus Maleficarum. München: dtv,  2003, S. 128–129, 177–199.


   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 3