Cakrapuya

Cakrapuya (sanskr., „Verehrung im Kreis“), geheime Kulthandlung des > Shaktismus, die bei nächtlichen Zusammenkünften durch eine gleiche Anzahl von männlichen und weiblichen Schülern aus der gleichen Linie von Gurus stattfindet. Diese bilden einen geschlossenen Kreis und geben sich nach dem Hersagen von > Mantras zur Verehrung der Göttin > Shakti (= Shiva) dem Genuss von fünf Dingen hin, die auch als die fünf Makras bezeichnet werden, weil sie alle mit M beginnen: Madya (Wein), Mansa (Fleisch), Matsya (Fisch), Mudra (geröstetes Getreide und mystische Gesten) und Maithuna (Geschlechtsverkehr). Durch den Genuss von eigentlich verbotenen Speisen und Geschlechtsverkehr soll die Macht der Shakti über die niederen, animalischen Lebensbereiche symbolisch zum Ausdruck kommen. Zur Versammlung wird nur zugelassen, wer sich der erforderlichen Initiation unterzogen hat. Es darf dabei keine Trunkenheit und kein Verhalten vorkommen, das als unwürdig gilt.

Lit.: Das Oxford-Lexikon der Weltreligionen. Darmstadt: Wiss. Buchges., 1999.


   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 3