Cäcilia de Pistorini

Johanna Hilaria Walpurgis von Pistorini, später Schwester Maria Cäcilia (*13.01.1725),  Besessenheitsfall.
C. wurde in der Oberpfalz geboren und zeigte bereits in ihrer Jugend ein außergewöhnliches Verhalten. 1742 trat sie in das Noviziat der Prämonstratenserinnen im Kloster Unterzell am Main bei Würzburg in Bayern, Diözese Würzburg, ein, wo sich das außergewöhnliche Verhalten wieder bemerkbar machte. Ihre Stimme wurde rau und heulend, ihr Aussehen totenblass, sie verfiel in ein heftiges Zittern und hielt es vor Angst in ihrer Zelle nicht aus. Man hegte den Verdacht, dass ihr das Ordensleben nicht behage, und riet ihr, das Kloster zu verlassen. Sie bat jedoch inbrünstig darum, bleiben zu dürfen, und konnte im September 1744 die Gelübde ablegen. Daraufhin war P. eine Zeitlang ruhig, dann kehrten die Anfälle verstärkt zurück. Da selbst die Ärzte von Amberg und München mit ihren Arzneien nicht helfen konnten, kamen die Nonnen auf den Gedanken, „dass der Zustand der Schwester Cäcilia kein bloß natürlicher Zustand und besonders keine fallende Sucht sei. Man nahm nämlich an der Kranken, wenn sie hingefallen war, weder ein Schäumen des Mundes, noch ein Knirschen mit den Zähnen, noch ein Verschließen des Daumens in die Hand, noch andere Symptome wahr, die mit der eigentlichen Epilepsie gewöhnlich verbunden zu sein pflegen“ (Horst V, 210). Zudem zeigte sie dem Kreuz gegenüber eine besondere Beklemmung.
Im Januar 1746 fiel sie nach der Beichte neuerlich in heftige Konvulsionen. P. Siard, ihr Beichtvater, segnete sie wie am Vortag mit dem Kreuz. Sie beruhigte sich und sagte, dass etwas so gegen den Hals heraufstieg, dass sie zu ersticken drohte. Als sie dann am nächsten Tag unmittelbar nach dem Empfang der heiligen Kommunion noch heftiger zu toben begann, wurde P. Siard vom Probst die Erlaubnis zum > Exorzismus erteilt. Dabei hatte er zu Beginn besondere Mühe, den Namen des C. besetzenden Teufels, Rawandonesah, zu erfahren. Nach mehreren Exorzismen mit heftigen Auseinandersetzungen wurde C. auf ihrem Stuhl in die Höhe gehoben. Dann fühlte sie sich plötzlich frei und ihr Aussehen wurde wieder natürlich.

Lit.: Horst, Georg Conrad. Nachdr. d. sechsbänd. Ausg. Mainz, 1821–1826; Freiburg i. Br.: Aurum, 1979, Bd. 5, S. 206-230.


   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 3