Cadocus (Cadog) von Llancarfan

Cadocus (Cadog) von Llancarfan (6. Jh.), Abt., hl. (Fest: 21. Sept.), entstammte einem vornehmen walisischen Geschlecht und war nach der Überlieferung, die an die im 11./12. Jh. von Lifris verfasste Vita anschließt, ein Königssohn und Verwandter des hl. David von Schottland sowie der in Wales wirkenden hll. Gildas, Findan und Iltut. Er wurde in der Klosterschule in Lismore erzogen, verzichtete auf sein Erbteil und unternahm Reisen nach Schottland, Irland und in die Bretagne. In Wales gründete er verschiedene Klöster, darunter das Kloster Llancarfan, das im Frühmittelalter kirchenpolitisch eine große Rolle spielte, und dessen Abt er wurde. Der Vita zufolge soll C. nach Benevent entrückt worden sein, wo er den Märtyrertod fand und bestattet wurde.
Die Vita enthält auch frühes Material zur Sage von König >
Artus.

Lit.: Lifris: ,Vita sancti Cadoci‘, Vitae Sanctorum Britanniae et Genealogiae, hg. u. übers. v. A. M. Wade-Evans, 1944; Brooke, Christopher Nugent Lawrence: St. Peter of Gloucester and St. Cadoc of Llancarfan. In: Kershaw Chadwick, Nora: Celt and Saxon: Studies in the Early British Border, 1963, S. 258 –322; Davies, Wendy: Wales in the Early Middle Ages. Leicester: Leicester University Press, 1982.


   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 3