Buttersack, Felix

Buttersack, Felix (* 14.10.1865 Ludwigsburg; † 19.03.1950 Göttingen), deutscher Militärarzt, Schriftsteller und okkulter Metabiologe. Nach dem Studium der Medizin in Berlin arbeitete B. zunächst im Reichsgesundheitsministerium, dann an der ersten medizinischen Klinik in Leiden und wurde später Generalarzt in Göttingen. 1920 wurde er Oberregierungsmedizinalrat sowie Leiter des Hauptversorgungsamtes in Münster. 1924 in den Ruhestand versetzt, arbeitete er als Schriftsteller und Privatgelehrter in Göttingen.
Für den medizinischen Heilerfolg postulierte B. eine paranormale Komponente der Arzt-Patient-Beziehung: Nicht die physikalischen Energien und nicht die chemischen Valenzen bewirkten den Laboratoriumsgesetzen zufolge ihre Heilerfolge, sondern der Glaube des Arztes an seine Therapie.
Seine medizinischen, weltanschaulichen und okkulten Schriften fanden zu Beginn des 20. Jhs. breite Aufmerksamkeit, vor allem wegen seiner sozialethischen Vorstellungen, die dann im Dritten Reich zur Wirklichkeit wurden und heute wieder Anklang finden. In seiner Schrift Wider die Minderwertigkeit (1926) forderte er den Staat auf, Schwachsinnige, Schwindsüchtige, Krüppel, konstitutionelle Verbrecher, Geisteskranke, Fürsorgezöglinge und Hilfsschüler menschenfreundlich zu eliminieren. Vor 1933 unterstützte er eine unter dem Tarnnamen „Archiv für berufsständische Rassenstatistik“ von der Göttinger NSDAP betriebene Datensammlung zur Erfassung aller Juden, die später Grundlage des Arierparagraphen wurde. Doch obwohl B. zu den geistigen Wegbereitern der NS-Euthanasie gehörte, war er nie Mitglied der NSDAP, die ihn 1939 sogar einen instinktlosen Halbidioten nannte. In seinen esoterischen Sachbüchern klammert er politisches Gedankengut weitgehend aus.

W. (Auswahl): Wider die Minderwertigkeit! Die Vorbedingung f. Deutschlands Gesundung; Skizzen zur Völker-Pathologie. Leipzig: C. Kabitzsch, 1926; Triebkräfte des Lebens: Auslösung d. Kraftspeicherung bei d. Individuen, Geschlechtern, Völkern. Stuttgart: F. Enke, 1929; Auf- u. Niedergang im Völkerleben: Biologische Gesetze. Berlin-Charlottenburg: Pan-Verlagsges., 1933; Körperloses Leben: Diapsychicum; Ausblicke e. erweiterten Arzttums; Ein großes Ziel – ein kleiner Anfang. Leipzig: W. Engelmann, 1936; Außersinnliche Welten. Stuttgart: Kröner, 1939; Seelenstrahlen und Resonanz: Beobachtungen u. Schlüsse. München: Ratio-Verl., 1939; Zu den Pforten des Magischen: Eine Studie über d. Grenzen d. exakten Erkenntnis. Stuttgart: Kröner, 1941; Unsichtbare Mächte. Im Auftr. d. Verf. aus d. Nachlass in d. Niedersächs. Staats- u. Univ.-Bibliothek hrsg. von Karl Julius Hartmann. Göttingen: Musterschmidt, 1950.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2