Butter

Butter (altgriech. boutyron, Rinderquark/Rinderkäse), meist aus Kuhmilch, seltener aus Schaf- und Ziegenmilch hergestelltes Streichfett, das nach EU-Verordnung zu mindestens 82% aus Milchfett besteht. Ein Wassergehalt von 16% darf nicht überschritten werden. Der Nährwert beträgt etwa 740 kcal je 100 Gramm.
Wann und wo die B. das erste Mal hergestellt wurde, ist unbekannt. Als älteste Darstellung gilt ein sumerisches Mosaik aus der Zeit um 3000 v. Chr. Viele Völker am nördlichen und südlichen Rand der antiken Welt (Thraker und Skythen, Gallier, Germanen und Araber) nutzten B., meist in flüssiger Form, als Speisefett und Salbe (Plin. nat. 28.133f.). Wenngleich die B. auch den Römern und Griechen bekannt war, bevorzugten diese das teurere Olivenöl (Edicta imperatoris Diocletiani, 4,50). Die B. galt als „barbarisches“ Produkt und diente nur medizinischen Zwecken.
Bei den B. und Käse produzierenden Völkern und Stämmen ist B. hingegen heilig wie Brot. Dementsprechend war der Prozess des Butterns ein Ritus, bei dem man äußerste Vorsicht walten ließ. Vor allem fürchtete man mögliche Sabotageakte durch > Hexen und > Geister, worauf Shakespeare z. B. in seinem „Sommernachtstraum“ Bezug nimmt:
            „So bist du jener schlaue Poltergeist...
            Durch den der Brau missrät und mit Verdruss
            Die Hausfrau atemlos sich buttern muss.“ (Nach: Bandini, 57)
So spielte, der Vorwurf, dass eine Person Milch an sich zieht und viel Butter macht, auch in den Hexenprozessen eine große Rolle (Hansen, 302, 29).
In Indien gilt die B. als Träger kosmischer Energie und wurde auch rituell geopfert.

Lit.: Michel, Peter: Die Geschichte von der Butter. München: Langen, [1918]; Hansen, Joseph: Quellen und Untersuchungen zur Geschichte des Hexenwahns und der Hexenverfolgung im Mittelalter: mit einer Untersuchung der Geschichte des Wortes Hexe. Hildesheim: Olms, 1963; Bächtold-Stäubli, Hanns (Hg): Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens (HdA). Bd. 1. Berlin: Walter de Gruyter, 1987; Bandini, Ditte: Kleines Lexikon des Hexenwesens. Genehm. Lizenzausg. f. area verlag gmbh, Erftstadt, München: Dt. Taschenbuchverlag, 1999; Herder-Lexikon Symbole. Freiburg; Basel; Wien: Herder, 72000.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2