Bussard

Bussard, meist mittelgroße Greifvögel aus der Familie der Habichtarten. Der Name, der vom altfranzösischen bussart stammt und sich aus dem deutschen Wort Buse (Katze) und Aar (Adler) zusammensetzt, hat die Bedeutung von „Katzenadler“, vielleicht mit Bezug auf den Mäusebussard. Auf deutschem Gebiet wurde er zuerst von Conrad Gesner (1557) verwendet. B. verzehren, bis auf wenige Ausnahmen, Kleinsäuger, insbesondere Mäuse und Vögel, aber auch Regenwürmer, Insekten, Reptilien und Aas.
Im griechischen Altertum wurde der B. triorches genannt, da man glaubte, er hätte drei Hoden. Seine Faulheit, die schon > Albertus Magnus (De Animal, 23,29) mit „pigri volatus“ (trägen Fluges) bezeichnete, hat zu sprichwörtlichen Redensarten geführt.
Paranormologisch galt der B. nach Plinius (N.H. 10, 9,1) bereits im Altertum als ein > Omen, und zwar des Guten. Davon ist auch im deutschen Sprachgebiet die Rede, doch wird er hier vorwiegend als Unglücksbote gedeutet (Hopf), während er in England Regen und Sturm (Swainson) ankündigt.

Lit.: Gesner, Conrad: Vogelbuoch. Dietikon (Zürich): Stocker-Schmid, 1969, Faks.-Dr. nach d. 1. dt. Froschauer-Ausg. aus d. Jahre 1557 / versehen mit e. synopt. Verzeichnis von Gessners latein. u. dt. Vogelbezeichnungen u. ihren modernen wiss. Synonymen, zusammengestellt von Vinzenz Ziswiler; Swainson, Charles: The folk lore and provincial names of British Birds. London: Elliot Stock, 1886; Hopf, Ludwig: Thierorakel und Orakelthiere: eine ethnologisch-zoologische Studie. Stuttgart: Kohlhammer, 1888; Mebs, Theodor: Greifvögel Europas – Biologie – Bestandsverhältnisse – Bestandsgefährdung. Stuttgart: Franckh-Kosmos Verlag, 2002.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2