Busiris

Busiris. 1. In der griechischen Mythologie ist B. ein ägyptischer König, der auf den Rat von zwei Sehern alle Fremden umbrachte und dem > Zeus opferte, um eine Dürre von seinem Land abzuwenden. B. war der Sohn des > Poseidon und der > Lysianassa, Bruder der > Memphis und Erbauer > Thebens. Er wurde schließlich mitsamt seinem Sohn Amphidamas von > Heraklit erschlagen. Der Kern dieser Sage mag die in ägyptischer Spätzeit wieder aufgekommene Sitte sein, > Osiris Fremde von rötlicher Hautfarbe zu opfern. In ihnen wurde die Verkörperung des Osirisfeindes > Seth gesehen, der mit roter Haut dargestellt wurde.
2. Hauptstadt des 9. unterägyptischen Gaues und „Haus des Osiris“ (Per-Usir). Wenn Osiris auch nicht ursprünglich aus B. hervorgegangen ist, so findet man in der Stadt doch die ältesten Spuren seines Kultes. Die Stadt verlor dann zugunsten von Buto, das die Hauptstadt des Deltas wurde, jegliche politische Bedeutung.

Lit.: Rachet, Guy: Lexikon des alten Ägypten / Übers. u. überarb. v. Alice Heyne. Darmstadt: Wiss. Buchges., 1999; Bonnet, Hans: Lexikon der ägyptischen Religionsgeschichte. 3. unveränd. Aufl. Berlin: Walter de Gruyter, 2000.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2