Buschweibchen

Buschweibchen, auch Buschgroßmutter, ein primitiver Waldgeist. Das B. wohnt im tiefsten Wald und lässt sich nur alle hundert Jahre einmal sehen. Es ist steinalt, runzelig, klein, tief gebeugt, mit schneeweißem, verlaustem Haar, Moos auf den Füßen und mit Stock, Schürze und einer Hucke auf dem Rücken. Von seinem Herd steigt der Nebel auf, der an den Bergen hängt. Es will gekämmt und gelaust werden. Willfährigen und freundlichen Personen erweist es sich als gut gesinnt und belohnt sie mit Laub, das zu Gold wird, oder mit unerschöpflichen Garnknäueln. Auch den Holzfällern, Hirten, frierenden Jägern, armen Alten und Kranken ist es behilflich. Gegen Unfreundliche und Spötter hingegen ist es böse. Sein Anhauch bringt Ausschlag und es hockt auf (> Aufhocker). Das Aussehen der Dämonin ist zum Teil regional verschieden. Ein besonders bezeichnender primitiver Zug ist das unberechenbare Zugleich von Bösartigkeit und Güte.

Lit.: Vernaleken, Theodor: Mythen und Bräuche des Volkes in Österreich. Wien: Braumüller, 1859; Grimm, Jacob: Deutsche Mythologie. Bd. 1. Wiesbaden: Fourier, 2003, S. 400–401.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2