Bull, Titus

Bull, Titus (1871–1946), Arzt und Neurologe, Mitglied der American Association for the Advancement of Science. B. war eng befreundet mit dem Parapsychologen Prof. James H. > Hyslop (1854–1920), der sich besonders mit der Frage der > Besessenheit befasste. Hyslop hatte aus seinen Beobachtungen den Schluss gezogen, dass einige sog. Geisteskranke Opfer von Besessenheit durch > Geister seien. Bei seinem Tod bat er B., seine Hypothese weiter zu verfolgen. Als Arzt versuchte dieser zunächst, derlei Fälle durch konventionelle Erklärungen und Behandlungen zu heilen. Wo er damit keinen Erfolg hatte, suchte er nach parapsychologischen Ursachen. Er brachte den Patienten in Kontakt mit einem > Medium, das keinerlei Kenntnis vom ihm hatte, aber dennoch vergessene Erinnerungen wachrief und zuweilen besitzergreifende Wesenheiten beschrieb. B. versuchte daraufhin den > Quälgeist über das Medium zu bewegen, die Besitznahme des Patienten aufzugeben. Dabei schrieb er die Möglichkeit einer Besessenheit einer Veränderung im Nervensystem zu und bediente sich zu deren Behebung ganz der spiritistischen Methode. Die Ergebnisse seiner 20-jährigen Forschung legte er in seinem Buch Analysis of Unusual Experiences nieder.

W. (Auswahl): Analysis of Unusual Experiences in Healing Relative to Diseased Minds and Results of Materialism Foreshadowed. New York, N.Y.: James H. Hyslop Foundation, Inc., 1932; Mental Obsession and the Latent Faculty. In: JASPR 32 (1938), 260.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2