Buguet, Édouard Isidore

Buguet, Édouard Isidore (1840–1901) wurde in den 60er und 70er Jahren des 19. Jahrhunderts durch seine angeblichen > Geisterfotografien weltweit bekannt. Die Revue Spirite hatte B. nämlich fortwährend als fotografisches Medium empfohlen, das auch die Geister verstorbener Verwandter und Freunde darzustellen vermöge. Für ein halbes Dutzend solcher Fotografien im Visitenkartenformat ließ sich B. 20 Francs bezahlen. Am 22. April 1875 wurde er jedoch des Betruges überführt und obwohl er diesen zugab, kam es am 16./17. Juli 1875 zum Prozess, bei dem er zu einem Jahr Gefängnis verurteilt wurde (Perty, 239–345). B. arbeitete nie wieder als Fotograf, seine Fotos wurden jedoch begehrte Sammelstücke, und es gab immer wieder Behauptungen, er habe tatsächlich die Geister von Toten fotografiert. Allerdings war auch Nicolas Camille > Flammarion von seinen Betrügereien überzeugt.

Lit.: Aksakow, Alexander: Die Verurteilung des Photographen Buguet. Psychische Studien 2 (1875), 337–339; Perty, Maximilian: Eine Verurteilung wegen betrügerischer sogenannter Geister-Photographie. Psychische Studien 2 (1875), 339–345; Sterne, Carus: Ein Geisterphotograph vor Gericht. Gartenlaube 30 (1875), S. 506ff.; Flammarion, Camille: Mysterious Psychic Forces; an account of the author’s investigations in psychical research, together with those of other European savants. Boston: Small, Maynard and Company, 1907.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2