Buddhismus, chinesischer

Buddhismus, chinesischer. In > China wurde die Verbreitung des B. besonders durch Kaiser Mingti (58–76 n. Chr.) gefördert, zunächst in Form des > Hinayana, dann wurde das > Mahayana die vorherrschende Lehre. Unter den Mongolenkaisern fand ab 1261 auch der > Lamaismus Verbreitung. Der B. verschmolz in  China mit dem > Ahnenkult und dem > Taoismus. Der chinesische Kaiser wurde als eine Inkarnation des > Bodhisattva angesehen.
Von den über zehn Schulen, die in der Zeit von 400–700 entstanden, erlangte > Chan-tsung, die Schule der Meditation, die von > Bodhidharma (* um 440; † um 528) gegründet wurde, sehr große Bedeutung. Sie sieht in der Meditation über die Leere die einzige Möglichkeit zur Heilsgewinnung und verwirft Studium und äußere Formen. Sie hat vor allem auch großen Einfluss auf die chinesische Kunst.

Lit.: Dumoulin, H[einrich]: Zen: Geschichte und Gestalt. Bern: Francke, 1959; Heiler, Friedrich: Die Religionen der Menschheit in Vergangenheit und Gegenwart. Stuttgart: Philipp Reclam jun., 21962; Khan, Hazrat Inayat: Wanderer auf dem inneren Pfad / Ausgewählt, übers. u. eingel. v. Karima Sen Gupta. Originalausg. Freiburg i. Br.: Herder, 1986; Bowker, John (Hrsg.): Religionen der Welt. Darmstadt: Primus Verlag, 2003.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2