Buddha

Buddha (sanskr., „der Erleuchtete“; jap. Butsuda; chin. Fo).
1. Ehrentitel für ein Wesen, das > bodhi (Erleuchtung), das höchste Lebensziel, erlangt und so, erlöst von der Wiedergeburt (samsāra), die vollkommene Befreiung (> Nirwana) erreicht hat. Man unterscheidet zwei Arten von B., Pratyeka-B., der vollkommen erleuchtet ist, die Lehre aber nicht weitergibt, und den Symyak-Sambuddha, der die von ihm neu entdeckte Lehre zum Heil aller Wesen weitergibt.
2. Der historische B., der zum Stifter des > Buddhismus wurde, ist Siddhārtha Gautama aus dem Geschlecht des Shakya-Stammes. Er lebte nach neueren Forschungen wahrscheinlich von 450–370 v. Chr. im südlichen Nepal. Von seinen Verehrern wurde er Shākyamuni („der Weise aus dem Shākya-Stamm“) und nach seiner Erleuchtung B. genannt. Nach der Erkenntnis, dass auch er Alter, Krankheit und Tod nicht entrinnen kann, kehrte er der Religion den Rücken und verkündete im Tierpark von Benares seine Lehre (dharma) von der Befreiung aus dem Samsāra, der Wiedergeburt, durch einen > achtfachen Pfad der Selbsterlösung ohne Gott.
Der Shākyamuni-B. ist allerdings nicht der erste und einzige B. Bereits in frühen hinayanistischen Texten werden sechs B. genannt, die ihm vorausgingen: Vipashyin (Pali: Vipassi), Shikhin (Sikhī), Vishvabhū (Vessabhū), Krakuc-chanda (Kakusandha), Konogāmana und Kāshyapa (Kassapa). Der bei einer Wiederbelebung des Dharma auf Shākyamuni folgende B. ist > Maitreya.
3. Buddha-Prinzip: manifestiert sich nach der Mahayanistischen Trikāya-Lehre in drei Grundformen, den sogenannten Drei Körpern (> Trikāya), wobei die unzähligen transzendenten B.  Verkörperungen der verschiedenen Aspekte des Buddha-Prinzips darstellen.
4. Buddha-Wesen (auch Buddha-Natur): Synonym für das Absolute, die eigenschaftslose letzte Wirklichkeit. Wird im Zen die Frage gestellt: „Was ist B.?“, dann ist es die Frage nach der zeitlosen Wahrheit des Buddha-Wesens.

Lit.: Buddha: Auswahl aus dem Palikanon. Wiesbaden: Fourier, 1979; Buddha: Die Lehre des Erhabenen. München: Goldmann, 1979; Die Lehrreden des Buddha aus der Angereihten Sammlung: Anguttara-Nikaya / Aus dem Pali übersetzt von Nyanatiloka: überarb. u. hg. v. Nyanaponika. 4., überarb. Aufl. Freiburg i. Br.: Aurum, 1984; Diener, Michael S.: Das Lexikon des Zen: Grundbegriffe und Lehrsysteme, Meister und Schulen, Literatur und Kunst, meditative Praktiken, Geschichte, Entwicklung und Ausdrucksformen von ihren Anfängen bis heute. Bern u. a.: Otto Wilhelm Barth, 1992.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2