Buchstabenübungen

Buchstabenübungen, Buchstaben- und Vokalatmen. Es handelt sich dabei um eine Joga-Art, die vom deutschen Freimaurer Johann Baptist > Kerning (Pseudonym für Johann Baptist Krebs, 1774–1851) aufgestellt und später wegen ihrer Verwandtschaft mit dem > Hatha Yoga auf dieser Basis weiterentwickelt wurde. Durch Denken an bestimmte Buchstaben und Worte, begleitet von entsprechender Atmung, soll die Konzentration gesteigert werden. Derartige Übungen sind nach Dr. Franz > Hartmann, ursprünglich Schüler und Lehrer dieses Systems, nur am richtigen Ort und auf die richtige Art von Nutzen. Völlig falsch sei es, zu glauben, man könne durch das Hersagen von Formeln und Zaubersprüchen in den Besitz magischer Kräfte gelangen, um sie dann zu eigennützigen Zwecken zu gebrauchen. Manche seien dabei exzentrisch, mediumistisch und irre geworden. So habe er sowohl unter den > Christian Scientists in Amerika als auch unter den > Rosenkreuzern in Europa bedauerliche Folgen festgestellt (Hartmann, 373). Dennoch wurden diese Übungen zumindest teilweise von > O.T.O, von der > Adyar-TG und anderen Gruppen weiter verwendet.
Zu den B. im weiteren Sinne gehören auch > mantrische Übungen, die allerdings nicht in erster Linie der Stärkung der Konzentrationskraft dienen, sondern im materiellen wie im Astralkörper gewisse Änderungen hervorzurufen suchen.

Lit.: Krebs, Johann Baptist: Schlüssel zur Geisterwelt oder die Kunst des Lebens. Lorch (Württ.): Renatus-Verl., 1926; Hartmann, Franz. In: Lotosblüten, Jg. 1894, S. 217, 373.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2