Buchstabensymbolik

Buchstabensymbolik, metaphorische Bedeutung einzelner oder zusammengesetzter Buchstaben. Meist dient das jeweilige > Alphabet dazu, den Symbolwert der Buchstaben durch ihre Stellung im Ganzen zu bestimmen, wie dies seit dem 8. Jh. in Babylonien und bei den Griechen, besonders in der pythagoreischen Tradition, bekannt ist, später von der jüdischen Kabbala aufgegriffen wurde und  > Gematrie (hebräische Entstellung des griechischen Wortes geometria) genannt wird.
Im Gegensatz zur > Buchstabenmagie benennt die B. einzelne oder zusammengesetzte Buchstaben oder Zahlen rein metaphorisch, ohne ihnen eine magische Kraft zuzuschreiben.
So bezeichnen sich Gott (Offb 1,8) und Christus (Offb 22,13) selbst mit > Alpha und Omega, dem ersten und letzten Buchstaben des griechischen Alphabets. Die Anfangsbuchstaben Iesous Christos Theou Yios Soter  (Jesus Christus Gottes Sohn, Heiland) ergaben das griechische Wort ichthys (Fisch), woraus sich die frühchristliche Bezeichnung „Fisch“ für Christus ableitete. Das im Spätmittelalter aufkommende IHS-Monogramm rührt von der lateinischen Bezeichnung Jesus Hominum Salvator (Jesus Erlöser der Menschheit) her.
B. findet sich aber auch im nicht-christlichen und profanen Bereich bis hin zu persönlichen Monogrammen.

Lit.: TRE. Theologische Realenzyklopädie 7. Berlin: Walter de Gruyter, 1981, S. 303–315; Letter symbols including conventions and signs for electrical technology. A handbook for everyday use: Symboles littéraux. Letter symboles. Buchstabensymbole sowie Vereinbarungen und Vorzeichenregeln für die Elektrotechnik. Ein Handbuch zum täglichen Gebrauch. 1. Ausg. mit dt. Text. Genève: Commission Électrotechnique Internationale, 1984; Dornseiff, Franz: Das Alphabet in Mystik und Magie. Reprint d. Orig.-Ausg. von 1925. Leipzig: Reprint-Verl., 1994.
 

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2