Buchsbaum

Buchsbaum (Buxus sempervirens L.; engl. box), Strauch mit lederartigen, eiförmigen immergrünen Blättern und kleinen, unscheinbaren gelblich-weißen Blüten. Er gehört zur Familie der Buchsbaumgewächse (Buxaceae) und hat seine Heimat im südlichen und westlichen Europa sowie in Nordafrika. Aufgrund seines langsamen Wachstums wird er auch häufig in Gärten und Friedhöfen gepflanzt. Er kann acht Meter hoch werden und ein Alter von bis zu 600 Jahren erreichen. Sein Holz ist schwer und geht im Wasser unter. Der B. blüht Ende März; aus den befruchteten Blüten entwickeln sich kapselartige Früchte, die durch ihre drei kleinen Hörner unverwechselbar sind.
Werkzeug: Das harte Holz diente zu Schnitzereien, z. B. für die danach benannten Büchsen (puxίs), etwa für Medikamente, das Apollobild von Olympia, Käseformen, Flöten, aber auch Schreibtafeln usw. (Dioscurides).
Inhaltsstoffe: Buxin (giftig), Parabuxin, Buxinidin, Gerbsäure.
Verwendete Pflanzenteile: Blätter (besonders giftig) und Rinde.
Heilwirkung: Der B. ist, wie gesagt, giftig, weshalb seine innerliche Anwendung nicht mehr empfohlen wird. Äußerlich findet er bei chronischem Hautleiden, Rheuma, Gicht und Fieber als Bad oder Umschlag Verwendung.
Symbolische Bedeutung: Schmerz, Tod, Hoffnung auf ewiges Leben, Schutz, Gnade, Klarheit und Fruchtbarkeit. Als christliches Attribut symbolisiert der B. Maria als Gebärerin des göttlichen Kindes und Christus als das Unsterbliche im Menschen. Aus Buchsbaumholz ist auch der Hammerstil der Freimaurer gefertigt, zum Zeichen von Ausdauer und Standhaftigkeit sowie der gestaltenden Kraft in der Natur. 
Brauchtum: Als Bestandteil des Palmbuschens schützt er vor Blitzgefahr, Unfruchtbarkeit und anderem Ungemach in Haus und Hof (Leithaeuser, 11). Schon seit den Römern diente er als Grenze und Einfassung zum Schutz und zur Gestaltung.
Mythologische Deutung: Der B. symbolisiert einen Schutzwall und soll den Teufel vertreiben.
Magische Kraft: Unter einem B. zu schlafen, gilt als gefährlich. Löffel oder Messerhefte aus B. nehmen angeblich die Lust zur Unkeuschheit (Ortus sanitatis, Kp. 70). Ferner dient der B. auch als Orakelpflanze. Dabei wird z. B. besonders auf das Knistern der auf den heißen Ofen gelegten eintrocknenden Blätter geachtet (Rolland 9, 246).

Lit.: Sanitatis: Gart der Gesuntheit; von allen Thieren, Foglen Fischen und edlem Gestein, ußgezogen was des Menschen Leib zu Gesunheit dienen mag; nüw corigiert; hin zu gesetzt vil guter Stück uß dem Herbario, und sunst nütz und gut. Nüw corigiert. Straßburg, 1524; Rolland, Eugène: Flore populaire ou: histoire naturelle des plantes dans leurs rapports avec la linguistique et le folklore. Paris, 1896; Leithaeuser, Julius: Bergische Pflanzennamen. Barmen: Wandt, 1912; Beuchert, Marianne: Symbolik der Pflanzen – Von Akelei bis Zypresse. Frankfurt am Main 1995; Dioscorides, Pedanius: Pedanii Dioscuridis Anazarbei De materia medica libri quinque / ed. Max Wellmann. Hildesheim: Weidmann, 1999; Tornieporth, Gerda: Buchs im Garten. München: blv Verlag, 2003;  Zerling, Clemens: Lexikon der Pflanzensymbolik / M. e. Vorw. v. Wolfgang Bauer. Baden; München: AT Verlag, 2007.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2