Buchis

Buchis. Der heilige > Stier der altägyptischen Stadt Hermonthis bei Theben, dessen Mutterkühe als heilig galten, weil sie > Re geboren hatten, wird in griechischen Texten und Eigennamen B. genannt. Er wurde jedoch schon früh mit dem Ortsgott > Month verschmolzen. Gleichzeitig galt er als „lebende Seele“ oder als „Herold“ des Re, was insofern keinen Widerspruch darstellte, als auch Month als Month-Re zum Sonnengott gehörte.
Das Kennzeichen des Stiers war eine weiße Körperfarbe mit schwarzem Kopf, weshalb er oft „weißer Stier“ genannt wird. Die Begräbnisstätte der B.-stiere hieß „Haus Atum“, das Bucheum, das im Nekropolengebiet von Hermonthis aufgedeckt wurde.
Im Volk genoss B. als Orakelgott großes Ansehen.

Lit.: Otto, Eberhard: Beiträge zur Geschichte der Stierkulte in Aegypten. Leipzig: Hinrichs Verl., 1938.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2