Buch des Zoroaster

Buch des Zoroaster, esoterischer Text, der im > Johannes-Apokryphon, einem gnostischen Dialogevangelium, als längerer Einschub zitiert wird. Der Einschub ist astrologischen Inhalts und beschreibt die Erschaffung des Urmenschen > Adam als Werk dämonischer Himmelsmächte. Den Körper des Menschen sollen 365 Dämonen gebildet haben, die im B. in ihrer Funktion namentlich genannt seien. Im Einschub werden lediglich 72 von ihnen aufgeführt. Diese Zahl scheint an altägyptische astronomische Lehren angelehnt, welche mit 36 Sternbildern (Dekanen) arbeiteten. Spätestens seit hellenistischer Zeit wurden die Dekane mit dem ebenfalls altägyptischen Konzept der Gliedervergottung in Zusammenhang gebracht, so dass jedem Dekan ein bestimmter Körperteil zugeordnet wurde. Eine mögliche Vorlage für das B. sind die sogenannten Salmeschiniaka, ein vermutlich aus hellenistischer Zeit stammendes astrologisches Werk, das 72 > Dekane kennt, die ebenfalls mit Körperteilen in Verbindung gebracht werden.

Lit.: Apocalypsis Johannis apocrypha: die drei Versionen des Apokryphon des Johannes; im Koptischen Museum zu Alt-Kairo / hrsg. von Martin Krause. Wiesbaden: Harrassowitz, 1962; Quack, J. F.: Dekane und Gliedervergottung. Altägyptische Traditionen im Apokryphon Johannis. In: Jahrbuch für Antike und Christentum, 1995.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2