Brunnenheilige

Brunnenheilige. Nach der griechischen, römischen, keltischen und germanischen Mythologie wurden bedeutende > Brunnen und Quellen von göttlichen Wesen geschaffen, die man dort verehrte. Im Christentum hat der Volksglaube an die Stelle dieser göttlichen Wesen Heilige gesetzt und diesen das Entstehen oder Erschließen von Brunnen und Quellen zugesprochen. Zu diesen Brunnenheiligen gehören z. B. Bonifatius, Goar, Willibrord, Ulrich, Gangolf und Hedwig. Eine Reihe von Brunnen werden nach Heiligen genannt, wie Nikolausbrunnen, Petrusbrunnen, Johannesbrunnen, Marienbrunnen usw. Seit dem 16. Jh. finden sich Heilige gern als Brunnenfiguren, wie Michael, Georg, Florian und am häufigsten Maria.

Lit.: Weinhold, Karl: Die Verehrung der Quellen in Deutschland. Berlin: Akad. der Wissenschaften, 1898; Kriss-Rettenbeck, Lenz: Ex voto: Zeichen, Bild und Abbild im christlichen Votivbrauchtum. Zürich: Buchclub Ex Libris, 1974.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2