Brown, Rosemary

Brown, Rosemary (* 27.07.1916 Stockwell bei London, England; † 16.11.2001), englisches > Musikmedium.
B. stammte aus einfachen Verhältnissen und war bis zum Tod ihres Mannes Hausfrau. Nach dem Tod von Ehemann und Mutter kam bei ihr 1961 eine Medialität zum Ausbruch, die sie schon als Kind verspürt hatte. Der Verlust der beiden geliebten Menschen stürzte sie in eine tiefe seelische Krise. In dieser Situation erschien ihr, nachdem sie sich in Gedanken versunken an das Klavier gesetzte hatte, der Komponist Franz Liszt (†1886). Eine merkwürdige Macht trieb sie und plötzlich begann sie zu spielen. Die Hände bewegten sich wie von selbst über die Tasten. Die Musik erklang, ohne dass sie etwas dazu getan hätte, und es war eine Musik, die sie noch nie zuvor gehört hatte (Brown). Im Laufe der Zeit kamen noch weitere verstorbene Komponisten dazu, die ihr angeblich neue Werke übermittelten. Vor allem in den 1970er Jahren erregte sie großes Aufsehen mit der Aussage, dass ihr Liszt, Brahms, Bach, Rachmaninow, Schubert, Grieg, Debussy, Chopin, Schumann und Beethoven Kompositionen diktiert hätten. Innerhalb von sechs Jahren waren es über 400. Auch Formeln von Albert Einstein sowie Texte von Bernard Shaw wurden ihr durchgegeben. Aber auch andere verstorbene Berühmtheiten traten mit ihr in Verbindung, diktierten neue Formeln und Texte, ließen Bilder malen usw.
Ihre musikalische Ausbildung war nur gering, sodass die musikalischen Darbietungen, z. T. auch vor Fernsehkameras, von den einen als zu technisch und banal, von den anderen als authentisch bezeichnet wurden. Man zweifelte an ihrer Normalität., die ihr jedoch von Prof. W. H. C. > Tenhaeff bescheinigt wurde; auch schloss er eine mediale Herkunft ihrer Wahrnehmungen nicht aus. Musikwissenschaftler stellten zudem verblüfft fest, dass B. im Wachzustand nicht einmal einfache Stücke spielen konnte, die ihr in > Trance eingegebenen Kompositionen jedoch die Handschrift des jeweiligen Künstlers trugen. Die Firma Philips machte Aufnahmen von B.s Musik, doch waren die neuen Stücke nach allgemeiner Auffassung nicht mehr so überragend, wie man hätte erwarten können. Englische Komponisten wie Richard Rodney Bennett und Humphrey Searle vertraten hingegen die Ansicht, die Musik könne jedenfalls nicht von B. selbst stammen. Demgegenüber schreibt die Parapsychologie, die eine spiritistische Deutung grundsätzlich ablehnt, die Leistung dem Selbst des Mediums zu. Von wo das Selbst die Musik haben soll, wird allerdings nicht gesagt. Das spontane Spielen wird als > Automatismus bezeichnet.

W. (Auswahl): Musik aus dem Jenseits. Wien: Paul Zsolnay, 1971; The Rosemary Brown Piano Album. 7 pieces inspired by Beethoven, Schubert, Chopin, Schumann, Brahms & Liszt. Borough Green: Paxton, 1974; Kompositionen aus dem Jenseits: d. Medium Rosemary Brown berichtet. München: Goldmann, 1982

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2