Brockengespenst

Brockengespenst (engl. Brocken phantom), Riesenschatten, den ein Beobachter auf dem  Brocken auf eine Nebel- oder Wolkenwand projiziert. Das B. war Generationen hindurch eines der bekanntesten Gespenster Deutschlands. Es gab kaum jemanden, der freiwillig auf diesen Berg stieg, aus Angst, der überdimensionalen Gestalt gegenüberstehen zu müssen, galt doch der Brocken (> Blocksberg) bis in das 19. Jh. als Versammlungsort der > Hexen und Gespenster.
Das Rätsel löste 1818 der Wissenschaftler Gustav Jordan. Er wies nach, dass es sich um eine optische Täuschung handeln müsse, weil der Schatten des Beobachters von der aufgehenden bzw. untergehenden Sonne um 150 bis 180 Meter vergrößert wurde. Da es auf dem Brocken durchschnittlich 300 Nebeltage gibt, wurde dieses Phänomen dort am häufigsten beobachtet.

Lit.: Grimm, Jakob: Deutsche Mythologie. Überarb. Reprint d. Orig.ausg. v. 1943 nach d. Exemplar d. Verlagsarchives. Coburg: K. W. Schütz-Verlag, o. J.; Price, Harry: Confessions of a Ghost Hunter. London: Putnam, 1936; Haining, Peter: Das große Gespensterlexikon: Geister, Medien und Autoren. Lizenzausg. f. Gondrom Vlg. GmbH, Bindlach 1996.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2