Britómartis

Britómartis (vorgriech., „süße Jungfrau“), Gottheit des alten Kreta, oft auch mit > Diktynna und > Aphaia in Zusammenhang gebracht. Bei den Griechen war sie die Tochter des > Zeus und der > Kerame, die als > Nymphe im Dienst der > Artemis stand, oft aber auch mit ihr gleichgesetzt wurde. Als Minos ihr nachstellte, floh sie und stürzte sich ins Meer. Fischer zogen sie mit ihren Netzen ans Land (daher der Beiname Diktynna, von diktyon, Netz; andere verbinden den Namen mit dem kretischen Berg Dikte bzw. dem kretischen Vorgebirge Diktynnaion). Die Symbolik des Versinkens und Emporgezogenwerdens erinnert an Wiedergeburtsmythen.

Lit.: Wells, Minnie E.: The Eve of St. Agnes and The Legend of Britomartis. Baltimore: Johns Hopkins Press, 1942; Hunger, Herbert: Lexikon der griechischen und römischen Mythologie: mit Hinweisen auf das Fortwirken antiker Stoffe und Motive in der bildenden Kunst, Literatur und Musik des Abendlandes bis zur Gegenwart. 8., erw. Aufl. Wien: Verlag Brüder Hollinek, 1988.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2