Bran

Bran, keltischer Heldengott (der Waliser), Beschützer der Kultsänger und Barden. B. war der Sohn des Gottes Llyr, der Bruder des Manawyddan und der Brânwen. Er führte die Krieger der Kymerer an und besaß einen magischen Kessel, in den die Toten geworfen wurden. Am nächsten Tag konnte er diese wieder zum Leben erwecken, jedoch ohne ihnen auch die Sprache wiederzugeben.
B. spielte Harfe und Flöte. Die Flötenspieler trug er auf dem Rücken durch das Meer von England bis nach Irland. Von einem giftigen Pfeil getroffen, befahl er seinen Dienern im Angesicht des Todes, ihm den Kopf abzuschlagen. Nachdem diese den Befehl befolgt hatten, sprach der Kopf immer noch zu ihnen. 87 Jahre trugen sie ihn daraufhin mit sich herum, ohne das Verstreichen der Zeit zu bemerken. Schließlich begruben sie ihn auf dem Weißen Berg, dem heutigen Standort des Towers von London, mit dem Gesicht nach Süden. Der Berg war dem keltischen Gott Lug geweiht. B. versprach, dass so lange keine Feinde nach England kommen würden, als sein Kopf in der heiligen Erde des Gottes Lug begraben sei.
Allein König > Artus hielt sich nicht daran und ließ den Kopf des B. ausgraben, um dessen Kraft in sich aufzunehmen. Somit war der Bann gebrochen und es kamen die Angeln und Sachsen nach Britannien.

Lit.: Matthews, Caitlin: Das große Handbuch der keltischen Weisheit. München: Wilhelm Heyne, 22001.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2