Braid, James

Braid, James (*1795 Rylawhouse, Schottland, † 25.3.1860 Manchester), schottischer Chirurg, der 1841 den Begriff > Hypnose prägte. B. studierte an der Universität Edinburgh und arbeitete zunächst als Arzt in den Minen von Lead-Hill in Lanarkshire, Schottland. Als er 1841 in Manchester eine chirurgische Praxis eröffnete, begann er sich für den > Mesmerismus zu interessieren. Vorher hatte bereits John Elliotson, Professor für Medizin an der Universität London, am College-Hospital den > Magnetismus anzuwenden begonnen. Auf Druck der Ärzteschaft schritten jedoch die Behörden gegen ihn ein. Er musste auf seine Lehrtätigkeit verzichten und verlor auch die Stelle im Hospital. In dieser kritischen Haltung nahm B. am 13. November 1841 an einer Vorführung des Frankoschweizer Magnetiseurs Charles Lafontaine (1803–1892) in Manchester teil und fühlte sich in seiner Kritik bestätigt. Bei der nächsten Vorstellung, sechs Tage später, beeindruckte ihn die Unfähigkeit des Patienten, die Augen zu öffnen, und B. überzeugte sich von der Echtheit der Phänomene. Er begann sogleich mit eigenen Experimenten, entwickelte noch im gleichen Jahr eine Theorie und gab dem Phänomen den Namen Hypnotismus, später verkürzt zu Hypnose in Anlehnung an den griechischen Gott des Schlafes > Hypnos, während der Physiologe Joseph-Pierre Durand de Gros, der sich ebenfalls intensiv mit dem Phänomen beschäftigte, von Braidismus sprach.
B. war vor allem an den therapeutischen Möglichkeiten der Hypnose interessiert und berichtete über Erfolge bei Paralyse, Rheumatismus und Aphasie (Neurypnology, Part I).
Nach seinem plötzlichen Tod fanden seine Forschungen in Großbritannien kaum noch Beachtung, dafür wurden seine Ideen in Frankreich aufgegriffen.

W.: Satanic Agency and Mesmerism Reviewed. Manchester: Simms & Dinham, 1842; Neurypnology: or, the rationale of nervous sleep, considered in relation with animal magnetism; illustrated by numerous cases of its successful application in the relief and cure of disease. London: Churchill, 1843; Observations on Trance: or, Human hybernation. Edinburgh: M.R.C.S., 1850; Magic, Witchcraft, Animal Magnetism, Hypnotism and Electro-biology: being a digest of the latest views of the author on these subjects. 3. ed., greatly enlarged, embracing observations on J. C. Colquhoun's history of magic. London: Churchill, 1852; Der Hypnotismus: ausgewählte Schriften. Dt. von W. Preyer. Berlin: Perthes, 1882.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2