Brahm

Brahm, nach der indischen Mythologie das höchste Wesen, der Anfangslose, die Urseele des Weltalls. Die bestehende Welt ist nur Abglanz seines erhabenen Bildes. Dennoch bildet B. mit ihr keine Einheit, denn als er sie als seinen Schatten setzte, war sie vollkommen getrennt von ihm. Um sich ihr zu nähern, schuf er ein Wesen voll Schönheit und Liebe, welches > Maja heißt und die Göttin der Liebe, die Mutter dessen ist, was ist. Mit diesem Wesen verband sich B., woraus drei seiner erhabensten Kräfte hervorgingen: > Brahma, der Schöpfer alles Lebenden, > Wischnu, der Erhalter, und > Schiwa, der Vernichter. Sie bilden die Trimurti, die Dreieinigkeit, weder voneinander noch von Gott unterschieden, dessen Kräfte sie sind. So kam Gott den Menschen näher, die nun eine seiner Offenbarungen anbeten, wodurch sich die drei Sekten des Brahma, Schiwa und Wischnu entwickelten, von denen Erstere bald durch die beiden anderen verdrängt wurde.

Lit.: Debroy, Bibek: Brahma, Padma, Vishnu, Shiva, Bhagavata, Narada. Delhi: B. R. Publishing Corporation, 2002.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2