Botticelli, Sandro

Botticelli, Sandro, eigentl.: Alessandro di Mariano Filipepi (*1445 Florenz; † 17.05.1510), Maler und einer der führenden Künstler der Renaissance. In jungen Jahren kam er zu einem Goldschmied in die Lehre, der sein ungewöhnliches malerisches Talent entdeckte. So wurde er 1464 Schüler von Fra Filippo Lippi, eines bedeutenden Vertreters der florentinischen Frührenaissance, und später von Andrea del Verrocchio bzw. insbesondere von Antonio del Pollaiuolo beeinflusst. Aufgrund seiner hervorragenden Arbeiten wurde B. rasch bekannt und eröffnete 1470 eine eigene Werkstadt, in der er nahezu sein ganzes Leben verbrachte. Die enge Verbindung mit dem Haus Medici und anderen reichen Florentiner Familien brachte ihm viele Aufträge. Durch seine mystisch gestimmte Frömmigkeit wurde er zum Anhänger des Dominikaners Savonarola. Aus diesem Spannungsfeld von Mystik und Mythologie entstanden seine zahlreichen Werke, die in die Geschichte eingingen. Zu den heidnisch-mythologischen Werken zählen der Frühling (um 1477) mit der Venus als Symbol der Humanität in der Mitte; die Geburt der Venus (1482) als die Geburt der Schönheit aus der Vereinigung mit der Materie; Pallas Athene bändigt den Kentauren als Symbol für die Beherrschung der Triebe durch die Vernunft. In diesem Zusammenhang ist auch sein Bilderzyklus zu Dantes Göttlicher Komödie zu nennen. 
Neben den mythologischen Bildern schuf B. eine Reihe religiöser Werke, so die Madonna mit dem Granatapfel als Sinnbild des durch Christus geschenkten Lebens, die Madonna mit Lilien als Hinweis auf die Jungfräulichkeit, die Trinität.
Von 1481 bis 1489 arbeitete B. mit den Meistermalern Domenico Ghirlandaio, Pietro Perugino und Cosimo Rosselli in Rom an der Sixtinischen Kapelle.

Lit.: Sandro Botticelli. Ouvrage illustre de 25 planches en couleurs tirees hors texte. Paris: Hachette 1913; Sandro Botticelli: der Bilderzyklus zu Dantes göttlicher Komödie; [dieser Katalog erscheint als Originalausgabe zur ersten Station der Ausstellung „Sandro Botticelli. Der Bilderzyklus zu Dantes Göttlicher Komödie. Eine Werkschau von Zeichnungen Botticellis, Malerei und Illuminierten Handschriften der Renaissance“ des Kupferstichkabinetts. Berlin: Ausstellungshallen am Kulturforum Berlin, 15. April–18. Juni 2000; Zöllner, Frank: Sandro Botticelli. München [u. a.]: Prestel, 2005.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2