Bosch, Hieronymus

Bosch, Hieronymus, eigentlich Jheronimus van Aken (* um 1450 ’s-Hertogenbosch; NL; † August 1516 ebd.), niederländischer Maler.
B. war ein scharfer Naturbeobachter mit schrankenloser Phantasie. Die Hintergründigkeit seiner Bilder verlangt ein Eindringen in die geistigen Grundlagen des ausgehenden Mittelalters und die esoterischen Lehren seiner Zeit. Er soll Angehöriger der Geheimsekte „Brüder und Schwestern des freien Geistes“ gewesen sein, die als > Adamiten beschimpft wurden, bzw. Rosenkreuzergruppen nahegestanden haben. Allerdings sind die Quellen für diese Vermutungen sehr spärlich. Neben den Lehren des offiziellen Christentums kommen vor allem Volksglaube und -brauch sowie esoterische Inhalte zur Darstellung, ebenso wie Symbole aus dem Laboratorium der > Alchemie. In den berühmten Triptychen zeigt sich seine ureigene Imagination von einer sonst nie erreichten Faszinationskraft: Das Jüngste Gericht (Wien), Der Heuwagen (Madrid), Die Versuchung des hl. Antonius (Lissabon), Der Garten der Lüste (Madrid.) 
Zahlreiche Bilder enthalten auch Anspielungen auf den Hexenglauben. Die auffallendsten beziehen sich auf ungewohnte Formen bei der Wanderung von einem Ort zum andern und auf außergewöhnliche Bewegungen. So ist in der Versuchung des hl.Antonius ein Paar zu sehen, das auf einem fliegenden Fisch durch die Lüfte zum Sabbat reitet.
Einige wenige seiner rätselhaften Darstellungen sind entschlüsselt. Da B. aber keine schriftlichen Aufzeichnungen zu seinen Werken hinterließ, hat er wohl so manches Geheimnis mit ins Grab genommen. Ohne paranormologische Kenntnisse bleibt sein Werk jedenfalls unverständlich.

Lit.: Fraenger, Wilhelm: Hieronymus Bosch. [Mit einem Beitr. von Patrik Reuterswärd. Aufnahmen von Lutz Braun]. Dresden [u. a.]: Verl. der Kunst, 111999; Silver, Larry: Hieronymus Bosch. München: Hirmer, 2006; Cuttler, Charles: Hieronymus Bosch: Late Work. London: Pindar, 2007.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2